Sperrmüll entsorgen in Österreich: Mistplatz, Abholung & Kosten
Robin Engelhart • 21.09.2026
Inhaltsverzeichnis
Ein alter Kleiderschrank, zwei durchgelegene Matratzen und der Teppich aus dem Wohnzimmer: Spätestens beim Umzug steht die Frage im Raum, wohin damit. Sperrmüll entsorgen kostet in Österreich als Selbstanlieferung meist nichts. Privathaushalte geben ihn gratis am Mistplatz oder im Altstoffsammelzentrum ab, in Wien bis zu einem Kubikmeter pro Tag. Sobald jemand die Sachen bei dir abholt, wird es kostenpflichtig: Die Wiener MA 48 verrechnet ab 57 Euro pro Kubikmeter, aus dem Keller oder bis zum ersten Stock 65 Euro.
Dieser Ratgeber ist für dich, wenn du in Österreich alte Möbel, Matratzen oder einen ganzen Kellerinhalt loswerden willst und vorher wissen möchtest, was gratis geht und was etwas kostet.
Das Wichtigste in Kürze
- Selbstanlieferung am Mistplatz oder Altstoffsammelzentrum ist für Privathaushalte meist gratis.
- Wien: 13 Mistplätze, geöffnet Montag bis Samstag von 7 bis 18 Uhr, gratis bis 1 Kubikmeter pro Tag.
- Abholung durch die MA 48: 57 Euro pro Kubikmeter mit Ladekran, 65 Euro aus Hof, Keller oder bis zum ersten Stock.
- Jedes weitere Stockwerk ohne Lift schlägt mit 5 Euro pro Kubikmeter zu Buche.
- Elektrogroßgeräte über 50 cm kosten 31 Euro, Kühlgeräte bis 40 kg ebenfalls 31 Euro.
- Intakte Möbel kannst du spenden statt entsorgen, etwa über die 48er-Tandler-Box auf jedem Wiener Mistplatz.
- Ab einem halben Wohnungsinhalt aufwärts ist eine Entrümpelungsfirma meist günstiger als mehrere Einzelabholungen.
Was zählt als Sperrmüll?
Wichtig ist die Abgrenzung, denn einiges sieht nach Sperrmüll aus, läuft aber über eigene Sammelschienen und eigene Tarife:
- Elektrogeräte und Bildschirme: eigene Rücknahme, in Wien 31 Euro für Großgeräte über 50 cm.
- Kühlschränke und Gefriertruhen: gelten als Problemstoff, bis 40 kg 31 Euro, von 40 bis 70 kg 62 Euro.
- Farben, Lacke, Batterien und Leuchtstoffröhren: gehören zur Problemstoffsammlung.
- Bauschutt, Erdaushub und Altreifen: eigene Annahmestellen mit eigenen Preisen.
- Restmüll in Säcken: in Wien kostet die Abgabe am Mistplatz 2 Euro bis 150 Liter.
Wo du Sperrmüll in Österreich abgeben kannst
Die Abfallwirtschaft ist in Österreich Landes- und Gemeindesache. Deshalb heißt dieselbe Einrichtung je nach Bundesland Mistplatz, Ressourcenpark, Altstoffsammelzentrum oder Recyclinghof. Der Ablauf ist überall ähnlich: Du fährst mit deinem Ausweis hin, meldest dich an der Einfahrt, sortierst nach Fraktionen und lädst selbst ab.
Mistplätze in Wien
Wien betreibt 13 Mistplätze, geöffnet von Montag bis Samstag jeweils von 7 bis 18 Uhr. Privatpersonen mit Wiener Wohnsitz geben dort haushaltsübliche Mengen gratis ab, konkret bis zu einem Kubikmeter pro Tag. Wer mehr hat, kommt an mehreren Tagen wieder oder bestellt die Abholung. Fragen beantwortet das Misttelefon der Stadt Wien unter 01 546 48.
Ressourcenpark in Graz
In Graz läuft die Abgabe über den Ressourcenpark der Holding Graz in der Sturzgasse 5. Geöffnet ist Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr, zwischen 1. April und 25. Oktober an langen Samstagen bis 20 Uhr. Die letzte Einfahrt ist 15 Minuten vor Betriebsschluss möglich.
Sperrmüll landet in Graz in der kostenpflichtigen Reststoff-Zone. Wer in Graz gemeldet und mindestens 16 Jahre alt ist, kann sich registrieren und fährt dann fünfmal pro Jahr mit jeweils bis zu 200 kg um 7 Euro ein. Wer seine Sachen mit dem Lastenrad oder einem anderen einspurigen Fahrzeug bringt, gibt sie gratis ab.
Altstoffsammelzentren in den übrigen Bundesländern
In Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Kärnten und dem Burgenland heißt die Abgabestelle meist Altstoffsammelzentrum, kurz ASZ, oder Recyclinghof. Betreiber sind die Gemeinden und Abfallverbände. Nimm den Meldezettel oder einen Ausweis mit, denn die Gratismenge gilt nur für Haushalte aus dem eigenen Verbandsgebiet. Öffnungszeiten sind oft deutlich kürzer als in den Städten, in kleineren Gemeinden teilweise nur an einzelnen Nachmittagen.
Was kostet die Sperrmüllabholung?
Sobald jemand kommt und deinen Sperrmüll wegträgt, wird abgerechnet. Die folgenden Tarife stammen aus der Tarifübersicht der Stadt Wien und verstehen sich inklusive 10 Prozent Umsatzsteuer. In anderen Städten liegen die Preise in einer ähnlichen Größenordnung, die Details regelt aber jede Gemeinde selbst.
| Leistung der MA 48 | Preis |
|---|---|
| Sperrmüll, mit Ladekran aufnehmbar | 57 € pro m³ |
| Sperrmüll aus Hof, Keller oder bis 1. Stock | 65 € pro m³ |
| Jedes weitere Stockwerk ohne Lift | + 5 € pro m³ |
| Halteverbotszone | 58 € |
| Elektrogroßgerät über 50 cm | 31 € |
| Kühlgerät bis 40 kg | 31 € |
| Kühlgerät von 40 bis 70 kg | 62 € |
| Leerfahrt, weil niemand angetroffen wurde | 65 € pro m³ |
Der letzte Punkt wird gern übersehen. Wenn zum vereinbarten Termin niemand da ist oder der Sperrmüll nicht bereitsteht, zahlst du die Anfahrt trotzdem.
Sperrmüll-Kostenrechner
Trag ein, wie viel Sperrmüll du hast und aus welchem Stock er geholt werden muss. Der Rechner nutzt die aktuellen Tarife der MA 48 und gibt dir eine Hausnummer für die Abholung.
Ein Beispiel: Drei Kubikmeter aus dem zweiten Stock ohne Lift kosten 65 Euro Grundtarif plus 10 Euro für die beiden Stockwerke, also 75 Euro pro Kubikmeter und damit rund 225 Euro.
Selbst wegbringen oder abholen lassen?
Die Rechnung geht meist so aus: Bis etwa zwei Kubikmeter fährst du günstiger selbst, wenn du ein passendes Fahrzeug hast. Ein Transporter für den Tag kostet weniger als eine Abholung aus dem dritten Stock, und die Abgabe am Mistplatz ist gratis.
Dagegen spricht der Aufwand. Alles muss ins Fahrzeug, am Mistplatz wieder heraus, und bei einem Kubikmeter Gratismenge pro Tag brauchst du für eine volle Kellerabteilung mehrere Anfahrten. Wer keinen Lift hat, trägt jedes Möbelstück außerdem selbst hinunter.
Sobald es um einen kompletten Raum, einen vollen Keller oder eine ganze Wohnung geht, rechnet sich die Firma. Dann bekommst du Personal, Fahrzeug, Entsorgungsnachweis und die besenreine Übergabe aus einer Hand. Was das kostet, steht im Detail im Ratgeber Was kostet eine Entrümpelung.
Möbel entsorgen, ohne dafür zu zahlen
Vieles, was im Sperrmüll landet, ist noch brauchbar. Für intakte Möbel, Geschirr und Sportgeräte gibt es Wege, die nichts kosten und dem Stück ein zweites Leben geben:
- 48er-Tandler-Box: Auf jedem Wiener Mistplatz steht ein oranger Container für intakte Altwaren. Verkauft wird im 48er-Tandler, der Erlös geht an karitative Zwecke.
- Re-Use-Zone im Ressourcenpark Graz: Brauchbares wird angenommen statt geschreddert.
- Caritas carla und Volkshilfe: nehmen Möbel und Hausrat an, größere Stücke teils mit Abholung nach Absprache.
- Willhaben, Kleinanzeigen und Verschenk-Gruppen: Für gut erhaltene Einzelstücke oft der schnellste Weg, weil die Leute selbst kommen und tragen.
Ein Hinweis zur Sicherheit: Abfall darf in Österreich ausschließlich an befugte Abfallsammler oder Abfallbehandler übergeben werden. Wer seinen Keller von einem Inserat ohne Gewerbeberechtigung räumen lässt, haftet im Zweifel selbst, wenn das Zeug irgendwo im Wald landet. Lass dir im Zweifel die Befugnis zeigen.
Fünf Fehler, die beim Sperrmüll Geld kosten
- Sperrmüll ohne angemeldete Abholung auf die Straße stellen. Das gilt als illegale Ablagerung und wird zur Anzeige gebracht.
- Elektrogeräte unter die Möbel mischen. Sie werden getrennt verrechnet und die Kolonne nimmt sie sonst nicht mit.
- Die Gratismenge überschätzen. In Wien ist bei einem Kubikmeter pro Tag Schluss, der Rest kostet.
- Zum Abholtermin nicht da sein. Die Leerfahrt wird mit 65 Euro pro Kubikmeter verrechnet.
- Brauchbare Möbel entsorgen, für die sich innerhalb weniger Tage jemand gefunden hätte.
Häufige Fragen zum Sperrmüll
Ist Sperrmüll in Österreich gratis?
Die Selbstanlieferung ist für Privathaushalte in den meisten Gemeinden kostenlos, in Wien bis zu einem Kubikmeter pro Tag. Die Abholung von zuhause ist dagegen fast überall kostenpflichtig. In Wien beginnt sie bei 57 Euro pro Kubikmeter.
Wie viel Sperrmüll darf ich am Mistplatz abgeben?
In Wien gilt für Privatpersonen eine haushaltsübliche Menge von einem Kubikmeter pro Tag. Größere Mengen kannst du auf mehrere Tage aufteilen oder abholen lassen. Gewerbliche Anlieferungen sind grundsätzlich kostenpflichtig.
Was kostet die Sperrmüllabholung in Wien?
Die MA 48 verrechnet 57 Euro pro Kubikmeter, wenn der Sperrmüll mit dem Ladekran aufgenommen werden kann, und 65 Euro pro Kubikmeter aus Hof, Keller oder bis zum ersten Stock. Jedes weitere Stockwerk ohne Lift kostet 5 Euro pro Kubikmeter zusätzlich.
Zählen Elektrogeräte und Kühlschränke zum Sperrmüll?
Nein, sie werden getrennt gesammelt. Elektrogroßgeräte über 50 cm kosten bei der Abholung 31 Euro, Kühlgeräte bis 40 kg ebenfalls 31 Euro und von 40 bis 70 kg 62 Euro. Am Mistplatz kannst du sie im Rahmen der Haushaltsmenge gratis abgeben.
Wer zahlt den Sperrmüll bei einer Wohnungsauflösung?
Nach einem Auszug zahlt in der Regel der ausziehende Mieter, weil die Wohnung geräumt zu übergeben ist. Bei einer Verlassenschaft übernimmt häufig die Erbengemeinschaft oder der Vermieter. Ob der Vermieter Räumungskosten von der Kaution abziehen darf, steht im Ratgeber zur Mietkaution.
So gehst du am besten vor
Sortiere zuerst aus, was noch jemand brauchen kann, und gib es weiter. Bring den Rest selbst zum Mistplatz oder ins Altstoffsammelzentrum, solange es in ein bis zwei Fuhren passt. Erst wenn ganze Räume geräumt werden müssen, lohnt sich die Abholung oder gleich eine Firma, die alles in einem Zug erledigt. Wie der Umzug drumherum abläuft, steht in der Umzugscheckliste, und wenn parallel die alte Wohnung gekündigt wird, hilft der Ratgeber Mietvertrag kündigen.
Du weißt nicht, in welche Größenordnung deine Räumung fällt? Schick uns ein paar Fotos, wir schätzen die Kubikmeter ein und nennen dir einen Fixpreis.